Rauschbrille

Rauschbrillen simulieren eindrucksvoll den Zustand der Beeinträchtigung durch Alkohol und/oder andere das Gehirn beeinflussende Substanzen: Eingeschränkte Rundumsicht, Doppelsehen, Fehleinschätzungen für Nähe und Entfernungen, Verwirrung, verzögerte Reaktionszeit und das Gefühl von Verunsicherung werden durch die Rauschbrillen nüchtern erlebbar. Die starke optische Wirkung der Brillen vermittelt zwar andere Bilder als sie real unter Alkohol- oder Drogeneinfluss wahrgenommen werden, aber das Gefühlserleben und die Reaktion auf den Körper sind doch mit der Realität sehr vergleichbar.

Das Gefühl der Verunsicherung und der eingeschränkten Kontrolle über Körper und Körperfunktion ist eine eindrucksvolle Selbsterfahrung. Auch die Zuschauer haben den Eindruck, tatsächlich angetrunkene bzw. berauschte Personen zu sehen.

Die Rauschbrille simuliert annähernd eine Rauschwirkung, die etwa einer Blutalkoholkonzentration von 0,8 bis etwa 1,5 Promille entspricht.

Im Zusammenhang mit den Rauschbrillen-Aktionen (z.B. Slalom fahren, auf einer Linie gehen, Bälle fangen, ein Türschloss mit einem Schlüssel öffnen…) machen Jugendliche neue Erfahrungen und sind bereit, über Themen wie Rauscherfahrungen, Alkohol- und Drogenkonsum auf Parties und Festen zu diskutieren. Sie sind häufig überrascht, wie weitgehend die Wirkung von Alkohol und Drogen auf wichtige Körper- und Wahrnehmungsfunktionen ist. Überdies ist die Simulation ein sicherer Weg, Trunkenheitsfahrten oder Arbeiten unter Drogeneinfluss zu erleben, ohne selbst getrunken zu haben. Was noch wichtiger ist, die Teilnehmer an den Brillentests werden sich an diese Erfahrung erinnern, weil sie sie mit klarem, nüchternen Kopf gemacht haben.